Gute Frage! Wann sind Aluminiumfolien fettfrei?

Aluminiumfolien sind grundsätzlich nicht fettfei, denn sie werden durch Kaltverformung gefertigt, in deren Verlauf ein Kühlschmiermittel zur Reibungsminderung usw. zum Einsatz kommt. Zwar verdampfen bei nachgelagertem Weichglühen große Teile des Walzöles, doch absolut fettfrei sind die Alufolien auch dann nicht.

Aluminiumfolien werden, in etlichen Arbeitsschritten, aus Alu-Blöcken bzw. –Barren gewalzt. Die Aluminiumbarren werden in Barrenöfen auf über 500 °C erhitzt und dann zu Alu-Blechen oder Alu-Bändern warm gewalzt. Aus diesen Alublechen werden dann die Aluminiumfolien kalt gewalzt. Je geringer die gewünschte Foliendicke ist, desto mehr Walzschritte bzw. -vorgänge sind notwendig.

Bei dieser Kaltverformung, dem Kaltwalzen, zu dünnen Aluminiumfolien müssen Kühlschmiermittel – sogenannte Walzöle – verwendet werden. Dieses Walzöl ist u. a. zum Schmieren, zur Reibungsminderung und zum Kühlen der Walzen und des Aluminiums notwendig. Das Ergebnis der Kaltverformung sind Aluminiumfolien in harter Qualität.

Durch nachträgliches Weichglühen erhalten die Alufolien unterschiedlich gewünschte Werkstoffzustände und damit verbundene mechanische Eigenschaften. Dreiviertelhart, halbhart, viertelhart oder weich, um nur einige Werkstoffzustände zu nennen. Bei diesem anschließenden Weichglühen der Aluminiumfolien verdampfen große Teile des Walzöles, abhängig vom Werkstoffzustand. Absolut fettfreie oder walzölfreie Oberflächen sind jedoch, bei dieser thermischen Behandlung, nicht möglich.

Nur durch spezielle Nachbehandlung der Aluminiumfolien-Oberflächen kann dies gewährleisten werden. Das Stichwort ist hier: chemische Entfettung. Hier werden die Alufolien in einem Badprozess entsprechend gereinigt und die Walzölrückstände chemisch entfernt und anschließend wird die Folie gewaschen und getrocknet.

In der Praxis scheitert die Erfüllung des Wunsches nach absolut fettfreier, walzölfreier Aluminiumfolie häufig an den Mindestmengen, da Aluminiumfolien im Walzprozess als Großrollen bzw. Werkscoils gefertigt werden. Eine Walzeinheit liegt häufig bei ca. 10 Tonnen. Umgerechnet auf eine dünne Aluminiumfolie von z.B. 10 µm (0,010 mm) sind dies knapp 400.000 m². Diese Mindestmenge müsste dann abgewickelt und den beschriebenen Badprozess durchlaufen, anschließend getrocknet und wieder aufgewickelt werden. Ein sehr aufwendiger Prozess.

Kurz zusammengefasst: je dünner und weicher die Aluminiumfolien sind, desto geringer sind die Walzölrückstände. Beim Werkstoffzustand weich verdampft der Walzölrückstand zu großen Teilen durch das Weichglühen. Bei harten Aluminiumfolien ist der Walzölrückstand größer als bei weichen Alufolien, da hier der Prozess des Weichglühens fehlt. „Absolut fettfrei“ kann nur durch spezielle Oberflächenbehandlungen erzielt werden, eine aufwendige Anforderung, die je nach Bedarf und Einsatzweck individuell zu prüfen ist.