Reinaluminium und Aluminiumfolien

Aluminium mit einem Reinheitsgrad von 99 % oder höher wird als Reinaluminium bezeichnet. Aufgrund der geringen Festigkeit ist Reinaluminium gerade für die Herstellung von Alubändern und Alufolien geeignet. Die Wurzeln der heutigen Folientechnologie reichen bereits bis in die ersten Jahre des 20. Jahrhunderts zurück.

Aluminium mit einem Reinheitsgrad von 99 % bis 99,9 % wird als Reinaluminium bezeichnet. Primäraluminium, d.h. Metall aus einem Elektrolyseofen, enthält eine Reihe von „Verunreinigungen“. Im Allgemeinen sind aber nur die Elemente Eisen und Silizium in Mengen von über 0,01 % vorhanden. Bei Aluminiumfolien (ab 0,030 mm, 30 µm) ist die häufigste Aluminiumlegierung die EN-AW1050 (= Reinaluminiumfolie mit einem Aluminiumanteil von mindestens 99,5 %).

Aufgrund der geringen Festigkeit ist Reinaluminium gerade für Bänder und Folien geeignet. Für die Folienproduktion werden Vorwalzbänder, ca. 0,6 bis 1,5 mm dick, in mehreren Walzschritten (Stichen) auf die gewünschte Dicke kaltgewalzt.

Um sehr dünne Folien zu erzeugen wird zweilagig gewalzt (Doppelwalzen). Dies führt zu zwei unterschiedlichen Oberflächen – es entstehet eine glänzende und eine matte Seite. Die jeweils äußere Seite, die mit den geschliffenen Walzen in Berührung kommt wird relativ glatt und erscheint glänzend. Die Innenseite erhält aufgrund der freien Umformung eine etwas mehr aufgeraute Oberfläche und sieht darum matt aus.

Beim Walzprozess verfestigt sich das Reinaluminium, das heißt, die Folie wird zunächst hart bzw. steif - eine Folge der starken Umformung. Ein anschließendes Weichglühen macht sie wieder weich und flexibel.

Übrigens schon Ende des 19. Jahrhunderts wurde Blatt-Aluminium (nur wenige tausendstel Millimeter dünn) von Hand geschlagen und zu Dekorationszwecken eingesetzt. Und bereits Anfang des 20. Jahrhunderts gelang es dem Schweizer Pionier der Aluminiumtechnologie Alfred Gautschi fast ebenso dünne Aluminiumfolien durch Walzen herzustellen. 1905 ließ er sich sein Papier- oder Buchwalzverfahren für Aluminiumfolie patentieren. Diese ersetzte fortan das schon längere Zeit verwendete Stanniol (aus Zinn), vornehmlich für Verpackungen wie zum Beispiel Schokoladenfolie.

In einigen Anwendungsbereichen werden heute mechanische Eigenschaften verlangt, die Reinaluminium nicht besitzt. So auch bei Marzipan- oder Schokoladenfolie. Durch die Beimischung anderer Metalle, vorwiegend Feron, Silicium, Mangan, Magnesium, Kupfer, Nickel, Zink und Beryllium, werden Legierungen erzielt, die zum Beispiel eine höhere Festigkeit aufweisen. Basismaterial dieser Aluminiumlegierungen ist in den meisten Fällen Al 99,5 % (EN AW-1050A). Dadurch lassen sich die Festigkeitswerte erhöhen und auch andere Eigenschaften je nach Bedarf beeinflussen.